Die Servicestelle Dialogische Bürgerbeteiligung organisiert die Dialogische Bürgerbeteiligung. Was genau bedeutet „Dialog“?
Eine sehr gute Erklärung findet sich im Lehrbuch von Lin Adrian und Kirsten Schroeter mit dem Titel Konflikte verstehen und bearbeiten (2025), dort auf Seite 108. In der Abgrenzung zur Diskussion wird deutlich, was der Dialog leistet. Nachfolgend (in Auszügen) das Zitat der dort abgedruckten Tabelle 3:
| Diskussion | Dialog |
|---|---|
| Fokus auf Überzeugung | Fokus auf Erkunden und Erforschen |
| Man hat ausreichendes Wissen | Man kann neues Wissen erwerben |
| Man hat eine Antwort und verteidigt diese | Man ist offen für neue Antworten und Sichtweisen und untersucht diese |
| Man sucht nach Lücken und Schwächen in den Ansichten der anderen Person | Man versucht, die Sichtweise der anderen Person zu verstehen |
| Die eigene Haltung ist die Wahrheit | Alle Haltungen – inklusive der eigenen – sind herauszufordern |
| Zweifel für sich behalten | Zweifel offenbaren |
Die Servicestelle Dialogische Bürgerbeteiligung arbeitet nach diesem Verständnis. Gerade die Dialogische Themensammlung ist Ausdruck dieser Haltung. Dort sammeln wir (s.o. „Erkunden und Erforschen“). Wir legen großen Wert darauf, dass es keine Diskussionen gibt, keine inhaltlichen Debatten, keine Rede und Gegenrede. Wir ergänzen gemeinsam mit allen Teilnehmenden die Themenlandkarte. „Zweifel offenbaren“ wir so, bilden wir sogar grafisch ab. Alle Haltungen, Ansichten, Bedürfnisse finden einen Anker in der Grafik. „Neues Wissen“, andere „Haltungen“ und „Sichtweisen“ bilden wir ab.
Mehr zur Themenlandkarte finden Sie hier: https://www.servicestelle-buergerbeteiligung.de/veroeffentlichungen/blog-der-servicestelle/details/was-ist-eine-themenlandkarte
Auch bei Dialog-Märkten oder in einem Bürgerforum gelten diese Grundsätze: Dialog statt Diskussion. Die hier zitierte Tabelle ist somit eine wunderbare, nicht-juristische Unterfütterung des Gesetzes über die Dialogische Bürgerbeteiligung.