Werbach startet Dialogische Bürgerbeteiligung zum Gemeindehaushalt

Bürgermeister Georg Wyrwoll: „Wir möchten die Menschen in Werbach nicht nur informieren, sondern sie wirklich mitreden lassen“.

Wie viele andere Kommunen steht auch die Gemeinde Werbach vor großen finanziellen Herausforderungen. In den kommenden Haushaltsverhandlungen müssen schwierige Entscheidungen getroffen werden. Umso wichtiger ist die Frage, wie das vorhandene Geld sinnvoll eingesetzt wird. Der Gemeinderat hat deshalb beschlossen, die Bürgerschaft mit einer Dialogischen Bürgerbeteiligung aktiv einzubeziehen.

„Wir möchten die Menschen in Werbach nicht nur informieren, sondern sie wirklich mitreden lassen“, betont Bürgermeister Georg Wyrwoll. „Gerade wenn schwierige Entscheidungen anstehen, ist Transparenz besonders wichtig. Mit der Dialogischen Bürgerbeteiligung schaffen wir mehr Offenheit gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern. So werden die Prioritäten der Bürgerschaft deutlich und die Zusammenhänge hinter den Entscheidungen werden besser verständlich.“

Dialogische Bürgerbeteiligung: ein besonderes Verfahren

Die Servicestelle Dialogische Bürgerbeteiligung Baden-Württemberg begleitet das Verfahren. Ziel ist es, die verschiedenen Sichtweisen und Bedürfnisse der Menschen in Werbach zu hören. So können Lösungen entstehen, die auf einem breiten Fundament stehen. Die Dialogische Bürgerbeteiligung bietet besondere Möglichkeiten. Sie ist im Gesetz über die Dialogische Bürgerbeteiligung von 2021 geregelt. Baden-Württemberg ist damit bundesweit ein Vorreiter. Werbach nutzt die Möglichkeiten der Dialogischen Bürgerbeteiligung, um die Zusammenarbeit zwischen Gemeinderat, Verwaltung und Bevölkerung zu vertiefen. Der Ansatz zeigt, wie moderne Kommunalpolitik funktionieren kann: offen, nachvollziehbar und gemeinsam mit den Menschen vor Ort.

So läuft die Dialogische Bürgerbeteiligung in Werbach ab:

1. DIALOGISCHE THEMENSAMMLUNG am 3. Dezember 2025 Hier kommen Vertreterinnen und Vertreter des Gemeinderats, der Vereine, der örtlichen Organisationen und der Zivilgesellschaft zusammen. Sie sammeln gemeinsam alle wichtigen Themen und Erwartungen rund um den Gemeindehaushalt. Sie halten diese auf einer Themenlandkarte fest. Diese bildet die Grundlage für die weiteren Schritte.

2. ONLINE-BETEILIGUNG vom 4. Dezember 2025 bis 12. Januar 2026 Die Themenlandkarte wird auf dem Beteiligungsportal Baden-Württemberg veröffentlicht. Hier können alle interessierten Bürgerinnen und Bürger die Themen einsehen und ergänzen. Der Prozess wird damit für alle transparent und nachvollziehbar.

3. BÜRGERFORUM von Januar bis Februar 2026 Rund 25 zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger aus Werbach diskutieren an drei Terminen die gesammelten Themen. Gemeinsam erarbeiten sie Empfehlungen für den Gemeinderat. Professionelle Moderatoren sorgen für einen fairen und strukturierten Austausch.

4. ÜBERGABEVERANSTALTUNG Anfang März 2026 Hier werden die Ergebnisse öffentlich vorgestellt und an den Gemeinderat übergeben. Damit können die Empfehlungen in die finalen Beratungen zum Haushalt einfließen.

Die Zufallsauswahl der Teilnehmende

Die Servicestelle Dialogische Bürgerbeteiligung wird in den kommenden Wochen 750 zufällig ausgeloste Einwohnerinnen und Einwohner der Gemeinde Werbach anschreiben. Wer ein solches Einladungsschreiben erhält, darf am Bürgerforum mitmachen. Aus allen Rückmeldungen lost die Servicestelle Dialogische Bürgerbeteiligung 25 Personen aus. Dabei berücksichtigt sie Kriterien wie Alter, Geschlecht und Wohnort. So wird eine möglichst vielfältige Gruppe gebildet. Die Teilnahme ist freiwillig. Werbach will mit der Dialogischen Bürgerbeteiligung unterschiedliche Sichtweisen zusammenführen und Entscheidungen nachvollziehbar machen. Gemeinderat, Verwaltung und Bürgerschaft gehen damit einen besonderen Weg. Schwierige Fragen rund um den Werbacher Haushalt werden offen besprochen um tragfähige und nachvollziehbare Lösungen zu finden.