Wie soll sich die Region Schwäbische Alb gewerblich entwickeln? Welche Chancen oder Risiken würde ein interkommunales Gewerbegebiet nördlich der A8 in Merklingen bieten? Was bewegt die Bürgerinnen und Bürger der Region?
Darüber diskutieren rund 50 zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger und formulieren konkrete Empfehlungen. Mit einer Auftaktsitzung am Dienstag, den 12. Mai 2026 in Merklingen nimmt das Bürgerforum „BusinessPark A8“ seine Arbeit auf.
Verbandsvorsitzender Klaus Kaufmann freut sich auf einen regen Austausch: „Die Bürgerinnen und Bürger aus unseren Verbandsgemeinden sind gefragt. Wir möchten ihre Meinungen, Anregungen und auch ihre Bedenken zu diesem Projekt erfahren, um diese Hinweise in den Planungsprozess mit aufnehmen zu können. Auch ihr lokales Wissen kann uns dabei besonders hilfreich sein. Die Bürgerbeteiligung ist für uns ein wichtiger Prozess für eine bessere Planung, weniger Konflikte und nachhaltigere Entscheidungen.“ Bürgermeister Sven Kneipp aus Merklingen sagt: „Diese Bürgerbeteiligung ist für uns sehr wichtig und ich freue mich, dass es nun losgeht! Es geht um Entwicklungen für die Zukunft – für die nächsten Generationen und um unseren Wirtschaftsstandort auf der Alb“ Bürgermeister Christoph Jung aus Nellingen betont: „Für uns als Gemeinde Nellingen ist es wichtig, dass die Menschen aus unserer Region frühzeitig eingebunden werden. Das Bürgerforum wird Chancen und Bedenken offen besprechen. Wir unterstützen diesen Prozess ausdrücklich und freuen uns, dass auch Nellinger Bürgerinnen und Bürger aktiv mitarbeiten. Eine gute Entscheidung für die Zukunft gelingt nur gemeinsam.“
Der Zweckverband Region Schwäbische Alb umfasst 12 Mitgliedskommunen. Er plant auf der Gemarkung Merklingens in der Nähe des Bahnhofs Merklingen-Schwäbische Alb ein interkommunales Gewerbegebiet. Es trägt den Arbeitstitel „BusinessPark A8“. Das Bürgerforum diskutiert die wirtschaftlichen Entwicklungsmöglichkeiten ebenso wie Auswirkung auf Arten- und Naturschutz, Landwirtschaft, Verkehr und Anlieger.
Zufallsbürgerinnen und -bürger formulieren Empfehlungen
Das Bürgerforum ist ein Format der sogenannten dialogischen Bürgerbeteiligung. Die 50 zufällig ausgewählten Personen stammen aus den Gemeinden Merklingen, Nellingen und den weiteren zehn Mitgliedskommunen. Sie hören Expertinnen und Experten an und tragen Pro- und Contra-Argumente zusammen. Gemeinsam bewerten die Teilnehmenden die Argumente und entwickeln Handlungsempfehlungen an den Zweckverband. So entsteht eine differenzierte Abwägung von Argumenten aus Bürgersicht. Die letztliche Entscheidung, ob und wann das Gewerbegebiet gebaut wird, treffen die Kommunen und der Zweckverband.
„Der „BusinessPark A8“ bringt für die Wirtschaft und die Bevölkerung unserer Region viele Vorteile. Er wird aber auch die Infrastruktur und die Landschaft unserer Laichinger Alb in besonderer Weise und dauerhaft verändern. Deshalb sind gründliche Vorbereitungen und Planungen erforderlich. Wir freuen uns dabei auf die Impulse aus der Arbeitsgruppe“, teilt der Verbandsvorsitzende mit.
Für das Bürgerforum hat die Servicestelle Dialogische Bürgerbeteiligung insgesamt 1800 zufällig ausgeloste Einwohnerinnen und Einwohner aus den insgesamt 12 Gemeinden angeschrieben. Aus den eingegangenen Rückmeldungen wurden 50 Personen mit Blick auf Kriterien wie Alter, Geschlecht, Bildungsstand und Wohnort ausgelost. So kommt am kommenden Dienstag eine vielfältige Bürgergruppe zusammen und kann die Entwicklung des Gewerbegebiets aus unterschiedlichsten Perspektiven betrachten.
Vorbereitung durch Interessensgruppen und interessierte Bürgerinnen und Bürger
Vorbereitet wurde das Bürgerforum im Rahmen einer „Dialogischen Themensammlung“ am 26. März 2026 in Merklingen. Teilgenommen haben Vertretungen von Kommunen, der Landwirtschaft, von Umwelt- und Naturschutzorganisationen, regional ansässigen Unternehmen und der Bürgerinitiative. Außerdem Feuerwehren, Kirchen, Verbänden und Vereine. Gemeinsam haben Sie Themen für das Bürgerforum benannt. Die Ergebnisse hat die Servicestelle Dialogische Bürgerbeteiligung auf einer Themenlandkarte zusammengefasst. Zudem wurden Vorschläge für mögliche Expertinnen und Experten für das Bürgerforum aufgenommen. Die Themenlandkarte ist die Arbeitsgrundlage für das Bürgerforum. Bis zum 04.05.2026 hatten alle Interessierten die Möglichkeit diese zu ergänzen.
Veröffentlichung der Empfehlungen im Juli 2026
In der Auftaktsitzung haben die Bürgerinnen und Bürger Expertinnen und Experten ausgewählt. Diese werden sie im weiteren Verlauf des Bürgerforums anhören möchten. Außerdem hat das Bürgerforum konkrete Fragen an diese formuliert. In den beiden Folgesitzungen im Juni in Nellingen werden die Expertinnen und Experten um Antworten gebeten. Die Bürgergruppe entwickeln erste Bewertungen oder Empfehlungen. Nach der abschließenden vierten Sitzung Anfang Juli in Merklingen werden die Ergebnisse am 15. Juli 2026 dem Zweckverband Region Schwäbische Alb übergeben. Die Übergabeveranstaltung wird für alle interessierte Bürgerinnen und Bürger offen sein.
Professionelle und neutrale Umsetzung des Bürgerforums durch das Land Baden-Württemberg
Die Koordination des Bürgerforums übernimmt die Servicestelle Dialogische Bürgerbeteiligung des Landes Baden-Württemberg. Mit der Organisation und Moderation der Sitzungen des Bürgerforums wurde DIALOG BASIS beauftragt. Eine unabhängige Agentur für die Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern mit Sitz in Dettenhausen. Weitere Informationen zum Bürgerforum finden Sie auf der
Projektwebseite der Servicestelle Bürgerbeteiligung.